Inhaltsverzeichnis:
- Einleitung: Süßungsmittel
- Was ist Sucralose (E955)?
- Verwendung von Sucralose(E955) in Lebensmitteln
- Auswirkungen
- Alternativen zu Sucralose (E955)
- Fazit und Empfehlung
Was sind Süßstoffe?
Grundsätzlich wird zwischen Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen unterschieden. Süßungsmittel zählen zu den Zusatzstoffen und müssen im Zutatenverzeichnis auf Verpackungen mit Klassennamen und Bezeichnung oder E-Nummer aufgelistet werden (Verbraucherzentrale, 2025). Zuckeraustauschstoffe liefern zwar weniger Kalorien als Zucker, wirken in großen Mengen jedoch abführend und verursachen Durchfall (Verbraucherzentrale, 2025).
Sicherlich bist du schon mal auf den Begriff “Sucralose” oder auch E955 gestoßen, sei es beim Einkaufen im Supermarkt oder bei der Suche nach Alternativen zu Zucker. Von Softdrinks über Kaugummis bis hin zu Backwaren, Sucralose wird oft als Zuckerersatz verwendet, um Lebensmittel süßer zu machen. In einer Welt, in der wir zunehmend auf der Suche nach Wegen sind, unsere Ernährung zu verbessern und dabei dennoch nicht auf die Freuden des Lebens verzichten möchten, ist Sucralose zu einem Begriff geworden, der Hoffnung verspricht: Die Süße, die wir so lieben, ohne die Reue, die oft damit einhergeht. Doch was genau ist Sucralose (E955) und wo steckt es überall drin? Viele Hersteller werben mit der angeblichen Harmlosigkeit von Sucralose, doch ist das wirklich so?
Was ist Sucralose (E955)?
Sucralose (E955) ist keine Verbindung, die in der Natur vorkommt. Es ist ein künstlicher Süßstoff, der seit den 1970er Jahren in Lebensmitteln verwendet wird. Der Süßstoff wird aus ganz normalem Haushaltszucker (Saccharose) hergestellt, indem einige Hydroxylgruppen durch Chloratome ersetzt werden. Sucralose wird deshalb auch “Chlorzucker” genannt, denn es handelt sich chemisch gesehen um eine chlorierte Form des Haushaltszuckers. Der beschriebene Prozess macht Sucralose etwa 600 Mal süßer als herkömmlichen Zucker. Das bedeutet, dass du nur eine winzige Menge benötigst, um deinen Kaffee oder Tee zu süßen oder deinem Lieblingsdessert den perfekten Geschmack zu verleihen. Da der Körper Sucralose nicht als Kohlenhydrat erkennt, wird sie nicht abgebaut und liefert somit keine Kalorien. Sucralose ist daher ein kalorienfreier Süßstoff, was ihn für viele umso attraktiver macht.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt als maximale akzeptable Verzehrmenge für Sucralose eine Menge von 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht an.
Verwendung von Sucralose (E955) in Lebensmitteln
Süßkraft und Einsatzmöglichkeiten
Mit einer Süßkraft, die etwa 600-mal stärker ist als die von herkömmlichem Zucker, ermöglicht Sucralose es, Lebensmitteln und Getränken eine intensive Süße zu verleihen, ohne dabei Kalorien hinzuzufügen (Verbraucherzentrale, 2025). Diese Eigenschaft macht Sucralose besonders attraktiv für die Herstellung von Diät- und Light-Produkten sowie für Menschen, die ihren Zuckerkonsum reduzieren möchten, ohne auf süße Geschmackserlebnisse verzichten zu müssen.
Sucralose (E955) findet sich in einer Vielzahl von Lebensmitteln und Getränken. Dazu gehören zuckerfreie oder zuckerreduzierte Softdrinks, aber auch Kaugummis, Gelees, Frühstückscerealien, Süß- und Backwaren, Brotaufstriche, süßsaures Obst, Gemüse oder Fisch in Konserven. Darüber hinaus ist das Süßungsmittel auch in Proteinriegeln und Müsliriegeln enthalten sowie für Soßen, Senf, Knabbereien aus Getreide oder Nüssen und Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Es befindet sich sogar in einigen Arten von Joghurt und Eiscreme. Nicht zu vergessen sind die vielen Diätprodukte und Nahrungsergänzungsmittel, darunter Proteinshakes, die ohne den Zusatz von Zucker auskommen und stattdessen mit Sucralose gesüßt werden, um eine kalorienarme, aber dennoch süße Alternative zu bieten.

Vorteile und Nachteile von Sucralose (E955):
Vorteile:
- Geschmacksneutral: Anders als andere Süßstoffe, besitzt Sucralose keinen bitteren Nachgeschmack, weswegen es so gerne in der Getränkeindustrie bei kalorienfreien Limonaden und Energydrinks als Süßungsmittel eingesetzt wird.
- Zähneschonend: Im Gegensatz zu herkömmlichem Zucker verursachen Süßstoffe wie Sucralose keinen Karies, sie sind also nicht kariogen, weil sie von den Bakterien im Mundraum nicht metabolisiert werden (FDI World Dental Federation, 2008).
- Kalorienfrei: Sucralose wird als kalorienfrei angesehen, da der menschliche Körper es größtenteils nicht metabolisiert und es somit keine Kalorien liefert (Verbraucherzentrale, 2025). Dies macht Sucralose zu einer beliebten Wahl für Menschen, die ihren Zuckerkonsum reduzieren möchten, ohne auf Süße zu verzichten.
Nachteile:
- Hitzeempfindlich und potenziell krebserregend: Wenn Sucralose auf Temperaturen über 120 °C erhitzt wird, können Verbindungen entstehen, die möglicherweise krebserregend sind (BFR, 2019; Verbraucherzentrale, 2025). Daher sollte Sucralose nicht bei hohen Temperaturen verwendet werden (Verbraucherzentrale, 2025).
- Umweltauswirkungen: Sucralose wird vom menschlichen Körper nicht vollständig absorbiert und größtenteils unverändert ausgeschieden, was zu einer Belastung des Abwassersystems und der Umwelt führt, da Kläranlagen Sucralose schwer herausfiltern können (Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste, 2024).
Auswirkungen
Lange Zeit wurde angenommen, dass künstliche Süßstoffe keinerlei Einfluss auf den Stoffwechsel haben. Jüngere Studien führen jedoch zu gegenteiligen Ergebnissen. So wurde in Tierversuchen festgestellt, dass der Körper mit der Wahrnehmung von „süß“ im Mund reagiert und und dies zu einer erhöhten Insulinausschüttung führen kann. (Diabetes Deutschland, 2023). Weitere Studien, wie die 2014 in “Nature” veröffentlichte Studie, zeigen, dass künstliche Süßstoffe wie Sucralose die Glukosetoleranz durch Veränderungen im Darmmikrobiom beeinflussen können (Nature, 2014; Deutsches Ärzteblatt, 2014). Im Jahr 2022 kam eine Studie aus Israel ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Sucralose negativen Einfluss auf die Glukosetoleranz nehmen kann (ScienceDirect, 2022).
Und wie steht es um die oft gehörte Aussage, dass Sucralose das Hungergefühl verstärke? Ein Forschungsteam der Universität Tübingen kommt im Jahr 2025 zu dem Ergebnis, dass künstliche Süßstoffe das Gehirn verwirren. Der süße Geschmack, der ohne Kalorien daherkommt, hat bei den Teilnehmenden der Studie das Hungergefühl um bis zu 17 Prozent gesteigert (Universitätsklinikum Tübingen, 2025)

Risiken für bestimme Personengruppen
- Personen mit empfindlichem Verdauungssystem: Sucralose kann Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Durchfall verursachen (BSA-Akademie, 2023).
- Personen mit Insulinresistenz oder Diabetes: Sucralose könnte die Insulin- und Blutzuckerwerte beeinflussen (Nature, 2014).
- Schwangere und stillende Mütter: Da die Langzeitauswirkungen von Sucralose noch nicht vollständig erforscht sind, sollten schwangere und stillende Mütter den Konsum einschränken.
- Kinder: Kinder könnten empfindlicher auf die Auswirkungen von Sucralose reagieren.
Alternativen zu Sucralose (E955):
- Dattelzucker: Natürlicher Zuckerersatz mit Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien.
- Kokosblütenzucker: Niedrigerer glykämischer Index als herkömmlicher Zucker.
- Honig: Enthält Antioxidantien, Vitamine und Mineralien, sollte jedoch in Maßen genossen werden.
- Ahornsirup: Reich an Antioxidantien und Mineralien.
- Stevia: Kalorienfreier, natürlicher Süßstoff mit Null glykämischem Index.
- Erythrit: Zuckeralkohol, der den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst.
- Xylit: Zuckeralkohol mit zahnfreundlichen Eigenschaften.
Fazit und Empfehlungen:
Sucralose mag eine kalorienfreie Alternative zu Zucker sein, doch die potenziellen Risiken und Nebenwirkungen lassen viele nach sichereren und gesünderen Optionen suchen. Viele greifen aus diesen Gründen zu natürlichen Süßstoffen wie Stevia oder Erythrit. Sie bieten eine gute Alternative für diejenigen, die ihren Zuckerkonsum reduzieren möchten.
Um bewusste Entscheidungen über den Konsum von Sucralose treffen zu können, ist es wichtig, die Zutatenlisten der Lebensmittel gründlich zu lesen. Anstatt sich auf Süßstoffe zu verlassen, um den Zuckerkonsum zu reduzieren, kann ein umfassenderer Ansatz zur Ernährungsumstellung hilfreich sein. Dazu gehört der Verzehr von ganzen, unverarbeiteten Lebensmitteln und der Schwerpunkt auf natürlichen Quellen von Süße, wie sie in Obst vorkommen. Letztendlich ist es wichtig, sich über die Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Getränken zu informieren und bewusste Entscheidungen zu treffen.
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Welche Nebenwirkungen hat Sucralose?
Sucralose kann Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Durchfall auslösen. Studien zeigen außerdem mögliche negative Effekte auf Darmflora und Stoffwechsel. Beim starken Erhitzen können zudem problematische Stoffe entstehen (Verbraucherzentrale, 2025; Deutsches Ärzteblatt, 2014; BSA-Akademie, 2023; Nature, 2014)
Ist Sucralose darmschädigend?
Studien deuten darauf hin, dass Sucralose die Zusammensetzung der Darmflora verändern kann (Nature, 2014; Deutsches Ärzteblatt, 2014).
Hat Sucralose Nebenwirkungen?
Ja, Sucralose kann Nebenwirkungen wie Verdauungsbeschwerden verursachen. Zudem gibt es Hinweise auf mögliche Auswirkungen auf Darmflora und Stoffwechsel (BSA-Akademie, 2023; Deutsches Ärzteblatt, 2014; ScienceDirect, 20)
Was macht Sucralose mit unserem Körper?
Sucralose wird vom Körper kaum verwertet und größtenteils wieder ausgeschieden. Dennoch kann sie die Darmflora beeinflussen und möglicherweise den Stoffwechsel sowie das Hungergefühl verändern (Verbraucherzentrale, 2025; Universitätsklinikum Tübingen, 2025; Nature, 2014)
Hat Sucralose Einfluss auf den Blutzucker?
Sucralose enthält keinen Zucker und lässt den Blutzucker nicht direkt ansteigen. Studien zeigen jedoch, dass sie indirekt den Glukosestoffwechsel beeinflussen kann (ScienceDirect, 2022)
Ist Sucralose schädlich für den Darm?
Es gibt Hinweise darauf, dass Sucralose die Darmflora verändern und nützliche Bakterien verringern kann. Dadurch kann das natürliche Gleichgewicht im Darm gestört werden (Nature, 2014; Deutsches Ärzteblatt, 2014).
Wie reagiert der Körper auf Sucralose?
Der Körper kann Sucralose kaum verwerten und scheidet sie größtenteils wieder aus. Dennoch kann sie Prozesse im Darm und im Stoffwechsel beeinflussen ((Verbraucherzentrale, 2025; Universitätsklinikum Tübingen, 2025; Nature, 2014).
Ist Sucralose chemisch?
Ja, Sucralose ist ein künstlich hergestellter Süßstoff. Sie wird chemisch aus Zucker verändert und kommt so in der Natur nicht vor.
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Quellenverzeichnis
BfR (2019): Süßstoff Sucralose: Beim Erhitzen von Lebensmitteln können gesundheitsschädliche Verbindungen entstehen. Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung. Berlin. Verfügbar unter: https://www.bfr.bund.de/cm/343/suessstoff-sucralose.pdf (Zugriff am: 10.02.2026).
Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste (2024): Zum Auftreten von Süßstoffen in Gewässern. Verfügbar unter: https://www.bundestag.de/resource/blob/1032844/WD-8-056-24-pdf.pdf (Zugriff am: 10.02.2026).
Deutsches Ärzteblatt (2014): Süßstoffe: Studie belegt Störung von Darmflora und Glukosestoffwechsel. Verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/news/suessstoffe-studie-belegt-stoerung-von-darmflora-und-glukosestoffwechsel-00202900-6497-4526-863f-60be9ef44b6c (Zugriff am: 10.02.2026).
FDI World Dental Federation (2008): Zuckerersatzstoffe und ihre Rolle bei der Kariesprophylaxe. Verfügbar unter: https://www.fdiworlddental.org/de/zuckerersatzstoffe-und-ihre-rolle-bei-der-kariesprophylaxe (Zugriff am:10.02.2026).
Diabetes Deutschland (2013): Künstliche Süßstoffe erhöhen Blutzucker- und Insulinspiegel. Verfügbar unter: https://www.diabetes-deutschland.de/news372.html (Zugriff am 10.02.2026)
Nature (2014): Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gut microbiota. Verfügbar unter: https://www.nature.com/articles/nature13793 (Zugriff am 10.02.2026)
ScienceDirect (2022): Personalized microbiome-driven effects of non-nutritive sweeteners on human glucose tolerance. Verfügbar unter: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0092867422009199 (Zugriff am 10.02.2026)
Universitätsklinikum Tübingen (2025): Künstliche Süßstoffe regen Hungersignale im Gehirn an. Verfügbar unter: https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/pressemeldungen/meldung/713 (Zugriff am 10.02.2026)
BSA-Akademie (2023): Saccharin und Sucralose – zwei Süßstoffe und deren Auswirkung auf die Darmgesundheit. Verfügbar unter: https://www.bsa-akademie.de/newsroom/fachartikelfachnews/details/saccharin-und-sucralose-zwei-suessstoffe-und-deren-auswirkung-auf-die-darmgesundheit (Zugriff am 10.02.2026).
Verbraucherzentrale (2025): Süßungsmittel: Was sind Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe? Verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe/suessungsmittel-was-sind-suessstoffe-und-zuckeraustauschstoffe-81624 (Zugriff am 11.02.2026)
Foto Süßstoff-Sucralose: Adobe Stock, bit24, #518290772
Foto Risiko-Sucralose: Adobe Stock, Nuthawut, #500905880
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Danke für diese tolle und inhaltlich so wertvolle Recherche zu diesem industriellen „Wundermitteln“, die uns nichts Gutes tun.
Vielen Dank!! Liebe Grüße Claudia
Liebe Claudia,
es freut uns, dass dir der Artikel gefallen hat! 🙂
Viele Grüße
Maren
Mein Mann hatte Durchfall und bekam in der Apotheke u.a. Ballaststoff-Getränk. Die Zutaten Liste machte mich stutzig; u.a. sorbit, Citronensäure, Farbstoff beetenrot, Aroma, Siliziumdioxid, Sukralose…
Ob das gesund ist?
Hallo Jola,
danke für deinen Kommentar! 😊
Zu Medikamenten und deren Inhaltsstoffen dürfen wir leider keine Aussagen treffen.
Bei Unsicherheiten empfehlen wir, nochmal in der Apotheke nachzufragen oder den Hausarzt zu kontaktieren.
Alles Gute für euch! 🌱
Liebe Grüße
Carolin