Gemüsebrühe und warum die wenigsten diesen Namen verdient haben
Gemüsebrühe und warum die wenigsten diesen Namen verdient haben

Gemüsebrühe und warum die wenigsten diesen Namen verdient haben

Gemüsebrühe hört sich erstmal super gesund an – ist ja schließlich nur Gemüse und Salz enthalten. Für viele dient sie als geschmackvolle Basis für verschiedenste Suppen und Saucen, um deinen Lieblingsgerichten einen würzigen Geschmack zu verleihen oder um sie dir pur aufgegossen mit Wasser schmecken zu lassen. Woran du bei dem Basic wahrscheinlich nicht denkst, sind Geschmacksverstärker, Aromen, Zucker und Farbstoffe.
Doch in den meisten Gemüsebrühen aus dem Handel sind viele dieser Zutaten enthalten und der Gemüseanteil hingegen ist sehr gering.

Wie sehen die Zutaten in den meisten Gemüsebrühen aus?

Wenn du dir die Zutatenliste einer Gemüsebrühe aus dem Supermarkt anschaust, findest du höchstwahrscheinlich einige der folgenden Zutaten:

  • Geschmacksverstärker wie Glutamate, Guanylate und Inosinate (erkennbar an den E-Nummern ab 600) 
  • Aromen 
  • Farbstoffe (die E-Nummern ab 100) 
  • Konservierungsstoffe (E-Nummern ab 200) 
  • Gehärtete Öle, meist Palmöl 
  • Jodsalz 
  • Würze aus Weizen 
  • Knoblauch 
  • Zucker 
  • Glucosesirup 
  • Mais- oder Reisstärke 
  • Reissirup 
  • Hefen 
  • Verdickungsmittel wie Johannisbrotkernmehl (E-Nummern ab 400) 
  • Sellerie (nur für Allergiker bedenklich)

Wer nun denkt, dass mit dem Kauf von Bio-Gemüsebrühen das Problem gelöst ist, der irrt sich: Selbst in Brühen aus dem Reformhaus und Naturkostläden befinden sich Hefen, Mais- oder Reisstärke und in einigen Produkten ist sogar Zucker drin.

Was ist so schlecht an diesen Inhaltsstoffen?

Irreführung bei der Kennzeichnung von Geschmacksverstärkern

Es gibt sogenannte geschmacksverstärkende Zutaten, die auch einen Teil künstliche Geschmacksverstärker enthalten dürfen, weil diese nicht gesetzlich definiert werden müssen. Zu den geschmacksverstärkenden Inhalten zählen zum Beispiel: 
Hefeextrakt
Würze
Sojaprotein

Diese Inhaltsstoffe enthalten Glutaminsäure, welche nicht als Zusatzstoff angegeben werden muss. Glutaminsäure und deren Salze, die Glutamate, gelten laut der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung zu den Geschmacksverstärkern. Schaue also das nächste Mal nochmal genau hin, wenn du den Aufdruck: „Ohne Geschmacksverstärker“ auf einer Gemüsebrühe siehst.

Richtiges Gemüse oder doch nur Aromen?

Aromastoffe können bestimmte Zutaten in einer Gemüsebrühe komplett ersetzen und täuschen unseren Geschmack. Das Aroma kann nämlich aus einem ganz anderen Lebensmittel hergestellt werden, als das, nach dem es schmeckt. In herkömmlichen Gemüsebrühen kannst du oftmals den Begriff „Aroma“ in der Zutatenliste wiederfinden. Das deutet darauf hin, dass es chemisch hergestellt wurde. Natürliches Aroma oder natürlicher Aromastoff können sich allerdings auch in Bio-Gemüsebrühen befinden. 

Diese Inhalte werden aus pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Ausgangsstoffen, wie Mikroorganismen oder Schimmelpilzen gewonnen. Beispielsweise kann bei einer auf den ersten Blick hochwertigen Gemüsebrühe, „natürliches Aroma“ in ihrer Zutatenliste aufgeführt sein. Auch dieses natürliche Aroma kann aus anderen natürlichen Rohstoffen stammen und der Geschmack von Gemüse nur nachgeahmt sein. Das kann dazu führen, dass wir uns an künstliche intensivere Geschmäcker gewöhnen, die nicht mehr viel mit einem natürlichen Geschmack zu tun haben. Unverarbeitetes Obst und Gemüse schmeckt dann plötzlich nur noch fad und langweilig. 

Zucker

Dass Zucker ungesund ist wissen wir. Reis- und Glucosesirup haben ebenfalls eine süßende Wirkung und tragen zum Zuckergehalt bei. Wir fragen uns, warum wir unseren Zuckerkonsum mit Gemüsebrühe unnötig in die Höhe treiben sollten. 

Palmöl – nicht so harmlos, wie es klingt

Palmöl ist ebenfalls eine Zutat, die sowohl in herkömmlichen, als auch Bio-Produkten häufig vorkommt. Palmöl wird aus Ölpalmen gewonnen, welche größtenteils dort wachsen, wo natürlicherweise Regenwälder sind. Aufgrund des Ölpalmenanbaus werden große Flächen Regenwald gerodet, was zu ökologischen und sozialen Problemen führt. Doch nicht nur für die Umwelt, auch für unsere Gesundheit ist Palmöl problematisch: Bei der Raffination von Palmöl entstehen erhöhte Mengen an Fettschadstoffen, der Stoff 3-MCPD ist sogar eventuell krebserregend.

Was können wir daraus lernen?

Bio heißt nicht zwangsläufig gesund und in unserem Fall heißt Bio-Gemüsebrühe nicht unbedingt pure und gute Gemüsebrühe. Wir wollten das anders machen: Lecker und gesund geht nämlich auch ohne all diese Inhaltsstoffe. In unserer Gemüsebrühe sind 56% Gemüse, 36% Steinsalz und 8% Kräuter und Gewürze enthalten, sonst nichts.

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6 Kommentare

    1. Wir haben in unserer Gemüsebrühe einen sehr viel geringeren Salzanteil, als das auf dem Markt üblich ist. 36% erscheinen vielleicht erstmal hoch, jedoch bezieht sich das ja auf das Trockenprodukt. Wenn man nun einen Esslöffel Brühe auf einen Liter verwendet, dann ist das gar nicht mehr so viel im fertigen Gericht. Wem das trotzdem noch zu hoch ist, der kann auch unseren Gemüsemix verwenden oder ihn mit der Brühe mischen. Im Gemüsemix verwenden wir gar kein Salz 🙂

  1. Angela

    Hallo liebes Wacker-Team,
    das hört sich für mich sehr interessant an.
    Ich werde die Gemüsebrühe bei meiner nächsten Müslibestellung ausprobieren und euch dann ein Feedback geben.
    Viele Grüße

  2. Rauberger Birgit

    Die wacker Gemüsebrühe schmeckt sehr gut. Ein Kartoffelsalat mit der Brühe ist der Hit. Nehme ich gern mit ins Büro. Zwischendurch eine Tasse Gemüsebrühe ist klasse, macht satt und wärmt.

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