Hochverarbeitete Lebensmittel begegnen uns täglich. Sie sind praktisch, schnell verfügbar und dominieren viele Supermarktregale. Gleichzeitig wächst die Zahl wissenschaftlicher Untersuchungen, die sich genau mit dieser Produktgruppe befassen. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt eine große Studie, die im Fachjournal The Lancet erschienen ist. Sie zeigt deutliche Zusammenhänge zwischen dem Konsum hochverarbeiteter Produkte und verschiedenen gesundheitlichen Entwicklungen (Lebensmittelverband 2025).
Was sind hochverarbeitete Lebensmittel?
Hochverarbeitete Lebensmittel entstehen durch zahlreiche Verarbeitungsschritte. Oft enthalten sie Zutaten, die in einer normalen Küche kaum vorkommen. Dazu gehören Aromen, Farbstoffe, Emulgatoren, Geschmacksverstärker oder Zuckerersatzstoffe. Sie sorgen dafür, dass Produkte besonders aromatisch, haltbar oder konsistent sind (MRI 2025).
Die Einteilung erfolgt häufig nach der NOVA Klassifikation. Diese unterscheidet vier Gruppen. Die hochverarbeiteten Lebensmittel bilden die letzte Stufe und bestehen meist aus industriell veränderten Rohstoffen (DGE 2023).

Typische Beispiele für hochverarbeitete Lebensmittel
- Fertigmahlzeiten
- Instantprodukte
- aromatisierte Snacks
- stark gesüßte Getränke
- hochverarbeitete Backwaren (DGE 2023)
Warum sind hochverarbeitete Lebensmittel so beliebt?
Hochverarbeitete Lebensmittel haben klare Vorteile. Sie sparen Zeit, sind sofort essbar und im Alltag unkompliziert. Genau das erklärt, warum sie weltweit so erfolgreich sind. Viele Menschen greifen zu ihnen, wenn es schnell gehen muss oder wenn sie Geschmack und Konsistenz bevorzugen, die so nur durch industrielle Verarbeitung entstehen (Science Media Center Germany, o.A.)
Der einfache Zugang und die große Produktvielfalt machen diese Lebensmittel zu einem festen Bestandteil moderner Ernährung.
Was die Lancet Studie gezeigt hat
In The Lancet wurde eine groß angelegte Beobachtungsstudie veröffentlicht, die den Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel und verschiedene gesundheitliche Verläufe untersucht hat. Die Studie betrachtete große Bevölkerungsgruppen über einen längeren Zeitraum. Dabei zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen einer Ernährung mit hohem Anteil an hochverarbeiteten Produkten und ungünstigen gesundheitlichen Entwicklungen (DGE 2025).

Gesundheitliche Folgen
1. Gewichtsentwicklung und Energieaufnahme
Hochverarbeitete Produkte sind oft energiedicht und gleichzeitig leicht zu essen. Studien deuten darauf hin, dass Menschen dadurch im Durchschnitt mehr Energie aufnehmen, ohne es bewusst wahrzunehmen (DGE 2023).
2. Stoffwechsel und Blutzuckerregulation
In Untersuchungen wird ein hoher Verzehr von UPF häufig mit ungünstigeren Stoffwechselprofilen in Verbindung gebracht. Forschende diskutieren, dass die Kombination aus Zucker, Fetten, Zusatzstoffen und schneller Verfügbarkeit eine Rolle spielen könnte (DGE 2023).
3. Verdauung und Darmmikrobiom
Da hochverarbeitete Produkte oft weniger Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, kann das langfristig das Darmmilieu beeinflussen. Studien diskutieren, dass veränderte Texturen und Zusatzstoffe ebenfalls eine Rolle spielen könnten (DHFPG 2024).
4. Herz Kreislauf Gesundheit
Einige große Kohortenstudien zeigen Zusammenhänge zwischen dem Anteil hochverarbeiteter Lebensmittel und der Häufigkeit bestimmter Herz Kreislauf Ereignisse. Als mögliche Faktoren nennen Forschende geringere Ballaststoffzufuhr, höhere Energiedichte und verändertes Essverhalten (DGE 2023).

Das sagen die Forschenden
Wichtig ist die wissenschaftlich korrekte Einordnung. Die Studie kann keine eindeutigen Ursache-Wirkungs-Aussagen treffen (BDSI 2024). Sie zeigt jedoch klare Muster. Menschen, die häufig zu hochverarbeiteten Lebensmitteln greifen, schneiden in solchen Untersuchungen statistisch gesehen schlechter ab (BDSI Journal 2024).
Die Forschenden diskutieren mehrere mögliche Gründe:
- veränderte Texturen, die das Essverhalten beeinflussen
- geringerer Gehalt an Ballaststoffen
- geringere Dichte natürlicher Pflanzenstoffe
- höhere Energiedichte
Für die Alltagspraxis bedeutet das, dass die Qualität der Lebensmittel eine wichtige Rolle spielt und dass es sinnvoll ist, auf natürliche und wenig verarbeitete Produkte zu setzen.
Was hochverarbeitete Lebensmittel häufig auszeichnet
Es gibt einige Merkmale, die in dieser Produktgruppe typischerweise auftreten (MRI 2025).
Viele Zusatzstoffe
Dazu zählen Aromen, Farbstoffe oder Emulgatoren, die Textur oder Geschmack verbessern sollen.
Hoher Energiegehalt
Viele dieser Produkte sind energiedicht und gleichzeitig leicht zu essen. Das hat Einfluss auf das Sättigungsempfinden.
Wenig Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe
Durch die Verarbeitung gehen natürliche Bestandteile verloren, die in unverarbeiteten Lebensmitteln reichlich vorkommen.
Intensive Geschmacksprofile
Sie werden so gestaltet, dass sie besonders ansprechend wirken. Dadurch fällt es vielen Menschen schwer, Portionsmengen gut einzuschätzen.

Warum die Forschung sich immer stärker dafür interessiert
Hochverarbeitete Lebensmittel sind ein relativ junges Phänomen in ihrer heutigen Form. Erst in den vergangenen Jahrzehnten hat ihre Vielfalt und Verfügbarkeit deutlich zugenommen. Das macht sie für die Forschung besonders spannend.
Aktuelle Forschungsansätze beschäftigen sich mit:
- dem Einfluss auf das Essverhalten
- der Rolle von Zusatzstoffen
- dem Zusammenhang mit Energieaufnahme
- möglichen Effekten auf das Darmmikrobiom
- langfristigen Ernährungsgewohnheiten in Bevölkerungsgruppen
Was das für den Alltag bedeutet
Wer häufiger zu natürlichen, unverarbeiteten oder nur leicht verarbeiteten Lebensmitteln greift, profitiert von mehr Ballaststoffen, Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und einem insgesamt ausgewogeneren Speiseplan (herzmedizin.de 2025).
Einige einfache Schritte helfen dabei:
- Mehr Gemüse und Obst
- Regelmäßig Hülsenfrüchte und Vollkorn
- Wenig verarbeitete Snacks bevorzugen
- Getränke ohne künstliche Zusätze wählen
- Auf kürzere Zutatenlisten achten
Diese Veränderungen lassen sich ohne großen Aufwand umsetzen.
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Was sind Beispiele für verarbeitete Lebensmittel?
Beispiele sind Instantprodukte, gesüßte Getränke, aromatisierte Snacks, Aufschnitt und industriell hergestellte Backwaren.
Wie nennt man industriell verarbeitete Lebensmittel?
Industriell stark verarbeitete Lebensmittel werden meist als hochverarbeitete Lebensmittel oder Ultra Processed Foods bezeichnet.
Sind vegane Ersatzprodukte hochverarbeitete Lebensmittel?
Viele vegane Ersatzprodukte zählen zu den hochverarbeiteten Lebensmitteln, besonders wenn sie viele Zusatzstoffe enthalten. Es gibt aber auch weniger verarbeitete Alternativen.
Was sind unverarbeitete Lebensmittel?
Unverarbeitete Lebensmittel sind zum Beispiel frisches Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Getreide sowie frische Kräuter.
Wie erkenne ich hochverarbeitete Lebensmittel?
Hochverarbeitete Lebensmittel erkennt man meist an langen Zutatenlisten, vielen Zusatzstoffen, starkem Aroma und industriell veränderten Inhaltsstoffen.
Welche Lebensmittel sind bei einer Ernährung ohne hochverarbeitete Lebensmittel erlaubt?
Erlaubt sind frisches Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse, Samen sowie unverarbeitete oder nur leicht verarbeitete Bio Lebensmittel.
Sind Haferflocken hochverarbeitete Lebensmittel?
Nein. Haferflocken gelten als wenig verarbeitete Lebensmittel, da sie nur mechanisch verarbeitet werden und keine Zusatzstoffe enthalten.
Sind Konserven hochverarbeitete Lebensmittel?
Nicht unbedingt. Konserven mit einfachen Zutaten wie Gemüse, Wasser und Salz gelten als verarbeitet, aber nicht als hochverarbeitet. Enthalten sie viele Zusatzstoffe, zählen sie eher dazu.
Sind Pommes hochverarbeitete Lebensmittel?
Industriell hergestellte Pommes zählen meist zu den hochverarbeiteten Lebensmitteln, da sie vorfrittiert und mit Zusatzstoffen versehen sind. Selbstgemachte Pommes aus frischen Kartoffeln gelten nicht als hochverarbeitet.
Quellen:
DGE (2025). Hochverarbeitete Lebensmittel: DGE-Arbeitstagung. https://www.dge.de/presse/meldungen/2025/hochverarbeitete-lebensmittel-dge-beleuchtet-kontroverses-thema/
DGE (2023). Wie wirken stark verarbeitete Lebensmittel auf die Gesundheit? https://www.dge.de/presse/meldungen/2023/wie-wirken-stark-verarbeitete-lebensmittel-auf-die-gesundheit/
DHFPG (2024). Wie sich hochverarbeitete Lebensmittel auf unsere Gesundheit auswirken. https://www.dhfpg.de/newsroom/aktuelles/details/wie-sich-hochverarbeitete-lebensmittel-auf-unsere-gesundheit-auswirken
MRI (2025). Verarbeitungsgrad von Lebensmitteln. https://www.mri.bund.de/de/veroeffentlichungen/wissenschaftliche-einordnung/verarbeitungsgrad-von-lebensmitteln/
BDSI (2024). Hochverarbeitete Lebensmittel – aktueller Diskussionsstand. https://journal.bdsi.de/ernaehrunglebensstil/details/hochverarbeitete-lebensmittel-aktueller-diskussionsstand-861
herzmedizin.de (2025). Hochverarbeitete Lebensmittel: AHA bewertet Risiko. Veröffentlicht am 19. August 2025. Abrufbar unter: https://herzmedizin.de/fuer-aerzte-und-fachpersonal/kardiologie-interdisziplinaer/praevention/aha-bewertung-risiken-hochverarbeitete-lebensmittel.html
Lebensmittelverband (2025). Lancet-Analyse zu „hochverarbeiteten Lebensmitteln“: Lebensmittelverband weist Studie zurück. Abrufbar unter: https://www.lebensmittelverband.de/de/presse/pressemitteilungen/20251119-lancet-analyse-zu-hochverarbeiteten-lebensmitteln-lebensmittelverband-mahnt-wissenschaftliche-differenzierung-an
Science Media Center Germany (2025). Hochverarbeitete Lebensmittel: Verbreitung, Vermarktung und Maßnahmen global und in Dach-Region. Abrufbar unter: https://www.sciencemediacenter.de/angebote/hochverarbeitete-lebensmittel-verbreitung-vermarktung-und-massnahmen-global-und-in-dach-region-25213
Bildquellen:
Chips: Pixabay, Didgeman, #843993
Instant Suppen: Pixabay, nickhvk, #5575481
Pommes: Pixabay, ChequeredInk, #1203082
Herz: Pixabay, Myriams-Fotos, #4820535
