Wusstest du, dass über 50 Zusatzstoffe in Bio erlaubt sind?
Wusstest du, dass über 50 Zusatzstoffe in Bio erlaubt sind?

Wusstest du, dass über 50 Zusatzstoffe in Bio erlaubt sind?

Wusstest du, dass Zusatzstoffe in Bio keine Seltenheit sind? Wer zu Bio-Produkten greift, tut das oft aus einem guten Grund: weniger Chemie, mehr Natürlichkeit, mehr Transparenz (Ökolandbau.de, 2025). Das grüne Bio-Siegel auf der Verpackung vermittelt Vertrauen – ein Versprechen für eine ehrlichere Ernährung. Doch was viele nicht wissen: Auch in Bio-Produkten sind Zusatzstoffe erlaubt. Und zwar nicht wenige (EU-Öko-Verordnung, 2024).

Insgesamt sind in der EU-Öko-Verordnung über 50 Zusatzstoffe für den Einsatz in Bio-Lebensmitteln zugelassen (Ökolandbau.de, 2025; Lebensmittelverband, 2008). Weniger als in konventionellen Produkten – ja. Aber „frei von allem Künstlichen“? Das ist ein Mythos, der einer genaueren Betrachtung nicht standhält.

🧪 Warum sind überhaupt Zusatzstoffe in Bio erlaubt?

Auch Bio-Produkte müssen:

  • haltbar gemacht,
  • verarbeitet,
  • transportfähig
  • und für Verbraucher attraktiv sein (EU-Öko-Verordnung, 2024).

Gerade bei verarbeiteten Bio-Lebensmitteln – wie Brot, Käse, Joghurt oder Tofu – geht es nicht ohne technologische Hilfsmittel. Zusatzstoffe übernehmen dabei dieselben Aufgaben wie in konventionellen Produkten: Sie stabilisieren, färben, emulgieren, gelieren oder konservieren (Ökolandbau.de, 2025).

Der Unterschied? In der Regel dürfen nur bestimmte Zusatzstoffe natürlicher Herkunft verwendet werden – und auch nur dann, wenn es technologisch notwendig ist und keine bio-konforme Alternative besteht (EU-Öko-Verordnung, 2024).

Zusatzstoffe in Bio

📋 Welche Zusatzstoffe sind in Bio erlaubt?

Laut der EU-Öko-Verordnung (Verordnung (EU) 2018/848, Anhang V, Teil A) sind derzeit über 50 Zusatzstoffe für die Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln zugelassen (EU-Öko-Verordnung, 2024). Sie sollen helfen, die technologische Verarbeitung zu ermöglichen – etwa durch Gelierung, Emulgierung, Konservierung oder pH-Stabilisierung. Auf den ersten Blick handelt es sich um vergleichsweise „naturnahe“ oder „weniger bedenkliche“ Stoffe – doch der Schein trügt.

Hier einige Beispiele:

Sonnenblumenlecithin (E 322)
Ein Emulgator, der pflanzlich ist, aber dennoch hochgradig verarbeitet wird (Lebensmittelverband, 2008). In Bio-Produkten ist Sojalecithin nur eingeschränkt erlaubt, daher wird häufig Sonnenblumenlecithin genutzt – auch, um die Deklaration „sojafrei“ zu ermöglichen.

Pektin (E 440)
E 440 ist ein Geliermittel, das aus Äpfeln oder Zitrusfrüchten gewonnen wird (Lebensmittelverband, 2008). Klingt harmlos – aber auch hier kann der Herstellungsprozess industriell aufwendig sein, inkl. chemischer Extraktionsschritte. Der Einsatz ist besonders bei Marmeladen oder Fruchtaufstrichen Standard.

Zitronensäure (E 330)
E 330 ist ein beliebter Säureregulator. Der Name klingt natürlich, doch industriell wird sie meist nicht aus Zitronen gewonnen, sondern mithilfe von Schimmelpilzen (Aspergillus niger), die Melasse oder Glukose vergären (Ökolandbau.de, 2025). Zwar erlaubt, aber gerade für Menschen mit Pilzallergien oder Reizdarmsyndrom nicht immer gut verträglich.

Johannisbrotkernmehl (E 410)
Ein Verdickungsmittel aus den Samen des Johannisbrotbaums (Lebensmittelverband, 2008). Es gilt als unbedenklich, steht aber zunehmend in der Kritik, da es Allergien oder Blähungen auslösen kann – besonders in höheren Mengen.

Milchsäure (E 270)
Sie entsteht natürlich durch Fermentation, wird aber industriell produziert und dient u. a. als Konservierungsmittel in veganen und fermentierten Produkten (BVL, 2024). In größeren Mengen kann sie bei empfindlichen Personen Übelkeit oder Verdauungsprobleme verursachen.

Calciumcarbonat (E 170)
Wird u. a. als Trägerstoff, Füllstoff oder Weißmacher eingesetzt (z. B. in Kaugummi oder pflanzlichen Drinks (Ökolandbau.de, 2025)). Auch wenn es ein natürlicher Stoff ist (Kalkstein, Kreide), ist der ästhetische Zweck oft fragwürdig – weißer Joghurt = frischer?

Was Bio nicht darf – aber was das wirklich bedeutet

Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von Zusatzstoffen, die in konventionellen Lebensmitteln erlaubt sind, in Bio-Produkten jedoch verboten sind. Dazu zählen:

  • Natriumbenzoat (E 211) – Konservierungsmittel, in vielen Softdrinks (Lebensmittelklarheit, 2022)
  • Aspartam (E 951) – umstrittener Süßstoff
  • Künstliche Farbstoffe wie Tartrazin (E 102) – potenziell hyperaktivitätsfördernd

Das klingt gut – aber: Bio bedeutet nicht automatisch frei von Zusatzstoffen. Viele Verbraucher:innen gehen genau davon aus – und werden enttäuscht, wenn sie die Zutatenliste genauer lesen. Besonders bei verarbeiteten Bio-Produkten wie veganem Käse, Pflanzendrinks, Bio-Fertiggerichten oder Proteinriegeln finden sich regelmäßig Zusatzstoffe, die in ihrer Wirkung oder Verarbeitung kaum weniger problematisch sind als ihre konventionellen Alternativen.

Zusatzstoffe in Bio

⚠️ Weniger heißt nicht automatisch unbedenklich

Der Einsatz von Zusatzstoffen in Bio ist zwar strenger reguliert, aber das bedeutet nicht automatisch, dass alle erlaubten Stoffe unbedenklich sind. Denn auch natürliche Zusatzstoffe können:

  • bei empfindlichen Personen Unverträglichkeiten auslösen, (Lebensmittelverband, 2008)
  • technologisch stark verarbeitet sein (z. B. Zitronensäure aus Schimmelpilzen),
  • oder in hohen Mengen kritisch sein (z. B. Phosphate)(EU-Öko-Verordnung, 2024).

Auch Bio muss wirtschaftlich denken

Ein oft übersehener Punkt: Bio ist auch eine Industrie. Und auch hier gelten ökonomische Zwänge. Produzenten müssen große Chargen gleichbleibend verarbeiten, Produkte müssen stabil und lagerfähig sein, und der Geschmack soll natürlich überzeugen – selbst dann, wenn natürliche Zutaten geschmacklich „nachlassen“(Ökolandbau.de, 2025).

Gerade in stark verarbeiteten Bio-Produkten – etwa:

  • veganen Fleisch- und Käsealternativen,
  • Proteinshakes und Riegeln,
  • Fertiggerichten oder Soßen –
    ist der Einsatz von Zusatzstoffen nicht die Ausnahme, sondern gängige Praxis.

Sie ermöglichen:

  • bessere Konsistenz bei pflanzlichen Proteinen,
  • Emulgierung von fetthaltigen und wässrigen Zutaten,
  • Haltbarkeit auch ohne klassische Konservierungsstoffe,
  • und ein gleichbleibendes Geschmackserlebnis – unabhängig von natürlichen Schwankungen der Rohware.

Kurz: Auch Zusatzstoffe in Bio-Produkten helfen dabei, Erwartungen zu erfüllen – selbst wenn das Endprodukt mit Natürlichkeit nur noch wenig zu tun hat.

🛒 Was bedeuten Zusatzstoffe in Bio für dich als Verbraucher:in?

Bio ist nicht gleich „frei von allem“ – aber es ist oft die bessere Wahl, weil:

✅ weniger Zusatzstoffe erlaubt sind
✅ künstliche Farb- und Konservierungsstoffe tabu sind
✅ Transparenz und Kontrolle durch Öko-Verbände höher sind (Bio-Siegel, 2025)

Trotzdem lohnt es sich, auch bei Bio-Produkten kritisch auf die Zutatenliste zu schauen – vor allem bei stark verarbeiteten Lebensmitteln. Denn:

Je kürzer die Zutatenliste – desto näher ist das Produkt an dem, was du wirklich erwartest: Natürlichkeit. Und, wie gerade erläutert, sind bestimmte Zusatzstoffe in Bio erlaubt.

Natürlichkeit ist bei bleibwacker kein Versprechen – sondern gelebter Anspruch.
In den Produkten findest du nur das, was wirklich hineingehört. Kein Schnickschnack, keine versteckten Zusätze – sondern ausschließlich Zutaten, die du auch in deiner eigenen Küche verwenden würdest.

Die Produkte sind vegan, bio und richtig lecker – aber vor allem sind sie ehrlich. Denn das Motto lautet: Nur drin, was reingehört.

Häufig gestellte Fragen:

Sind Zusatzstoffe in Bio Lebensmitteln erlaubt?

Ja. In Bio Lebensmitteln sind bestimmte Zusatzstoffe erlaubt, allerdings deutlich weniger als in konventionellen Produkten und nur unter strengen Vorgaben.

Welche Zusatzstoffe sind in Bio Produkten erlaubt?

Erlaubt sind ausgewählte Zusatzstoffe wie Lecithin, Pektin, Zitronensäure, Johannisbrotkernmehl oder Milchsäure, wenn sie technologisch notwendig sind.

Sind Zusatzstoffe in Bio harmlos?

Nicht automatisch. Auch in Bio erlaubte Zusatzstoffe können bei empfindlichen Menschen Beschwerden verursachen oder stark verarbeitet sein.

Müssen Zusatzstoffe in Bio gekennzeichnet werden?

Ja. Auch in Bio Produkten müssen alle eingesetzten Zusatzstoffe vollständig in der Zutatenliste angegeben werden.

Sind natürliche Zusatzstoffe immer unbedenklich?

Nein. Auch natürliche Zusatzstoffe können Unverträglichkeiten auslösen oder stark verarbeitet sein, besonders bei regelmäßigem Verzehr.

Woran erkennt man Bio Produkte ohne Zusatzstoffe?

Bei bleibwacker verzichten wir vollständig auf Zusatzstoffe. Auch auf die, die bei Bio erlaubt wären. Schau dir einfach unsere Zutatenlisten an. Du wirst dort keinen Zusatzstoff entdecken.

Welche Bio Produkte enthalten besonders häufig Zusatzstoffe?

Vor allem stark verarbeitete Bio Produkte wie vegane Fleischalternativen und Pflanzendrinks.

Quellen:

Europäische Union, 2018. Verordnung (EU) 2018/848. Verfügbar unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/ [Zugriff am 22. Apr. 2025].

Lebensmittelklarheit.de, 2024. Zusatzstoffe in Bio-Lebensmitteln. Verfügbar unter: https://www.lebensmittelklarheit.de/ [Zugriff am 22. Apr. 2025].

EU-Öko-Verordnung (Verordnung (EU) 2018/848), 2024. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32018R0848

Lebensmittelverband Deutschland, 2008. Liste der erlaubten Zusatzstoffe für Bio-Lebensmittel. https://lebensmittelverband.de/de/lebensmittel/inhaltsstoffe/zusatzstoffe/liste-lebensmittel-zusatzstoffe-bio-lebensmittel

Lebensmittelklarheit: Zusatzstoffe in Bio-Produkten, 2022. https://lebensmittelklarheit.de/informationen/azofarbstoffe-warnhinweis-fuer-bunte-lebensmittel

Ökologischer Landbau: Zutaten & Hilfsstoffe in Bio-Produkten, 2025. https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/bio-verarbeitung/zutaten-und-hilfsstoffe/

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), 2024. Fermentation und Herstellung von Milchsäure. https://www.bvl.bund.de/DE/Themen/Lebensmittel/Ernaehrung/fermentation.html

15 Kommentare

    1. Kerstin Nitschke

      Danke für die Aufklärung. Das brauchen die Menschen. Danke, dass es euch gibt. Ich werde echt mehr auf basische Ernährung achten. Dein Basenfasten ist ein Traum. Mache ich bald mal wieder.
      Ihr seit toll, macht weiter so.

      1. Carolin

        Hallo Kerstin,

        vielen lieben Dank für deine wunderbaren Worte! 😊
        Es freut uns riesig, dass dich unser Beitrag inspiriert hat und du so begeistert vom basenfasten sprichst – das motiviert uns wirklich sehr!

        Wackere Grüße 💚

        Carolin

  1. Angela

    Sehr gute Info! Das zeigt mir, wie wichtig das ist, aus frischen Zutaten selbst zu machen! Gut, dass ich „das Kochen“ noch gelernt habe… , nur wenige Zutaten aus der „Verarbeitung“ benutze. Alten, Lebenserfahrung haben auch sein Vorteile… Gute Zeiten wünsche ich ALLEN !

    1. Carolin

      Hallo Angela,

      vielen lieben Dank für deinen Kommentar! 😊
      Wie schön zu lesen, dass du das Kochen mit frischen Zutaten so bewusst lebst – das ist heute wirklich etwas Besonderes.
      Und ja, Lebenserfahrung bringt oft genau diesen wertvollen Blick auf das Wesentliche mit sich.

      Wir wünschen dir ebenfalls nur das Beste und viele genussvolle, gesunde Momente in der Küche! 🌱

      Liebe Grüße

      Carolin

    1. Carolin

      Hallo Ellen,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Wir verstehen, dass der Beitrag kritisch wirken kann – genau das war unsere Absicht: zum Nachdenken und Hinterfragen anregen.

      Tatsächlich sind auch in Bio-Produkten über 50 Zusatzstoffe erlaubt – ein Punkt, der vielen nicht bewusst ist. In unserem Artikel möchten wir genau darauf aufmerksam machen. Denn bei uns kommen selbst diese erlaubten Zusatzstoffe nicht zum Einsatz – das ist Teil unseres Qualitätsversprechens.

      Liebe Grüße 🌿

      Carolin

  2. Uschi Schepers

    Vielen Dank für die Infos, auf die erwähnten Zusatzstoffe werde ich jetzt mehr achten.
    Abgesehen davon, dass „bio“ nicht gleich „bio“ ist, ist es allerdings sicher immer eine gute Entscheidung, möglichst wenig Fertigprodukte zu verwenden.
    Ich koche sehr überwiegend frisch mit Bioprodukten, bevorzugt regional vom Erzeuger oder im Bioladen meines Vertrauens, da die Betreiber sehr engagiert und kritisch sind und nicht alles verkaufen, nur weil es „der Kunde will“ oder weil es Geld bringt.
    Wenn ich mal Fertigprodukte kaufe, schaue ich mir normalerweise die Zutatenliste an und entscheide danach, ob ich das Produkt kaufe oder nicht.

    1. Carolin

      Hallo Uschi,

      es ist toll zu lesen, wie bewusst du mit dem Thema Ernährung umgehst – regional, frisch, bio und mit einem kritischen Blick auf die Zutatenliste. Genau das macht einen großen Unterschied.
      Wenn wir mit unserem Beitrag einen kleinen Anstoß geben konnten, freut uns das sehr!

      Liebe Grüße

      Carolin

    1. Carolin

      Hallo Kathleen,

      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Es freut uns sehr, dass dir der Artikel gefallen hat. 😊
      Uns ist es wichtig, mit unserer Sprache alle Menschen gleichermaßen anzusprechen.
      Deshalb haben wir uns bewusst für eine inklusive Formulierung entschieden.

      Liebe Grüße

      Carolin

  3. Bernhard

    In jedem Fall sollte man (insbes. bei verarbeiteten Bio-Produkten) auf die Zutatenliste schauen und Bio-Produkte mit Zusatzstoffen schlichtweg nicht kaufen.
    Ich denke dennoch, daß es einen qualitativen Unterschied zwischern sog. ‚EG‘-Bio-Produkten, wie man sie ja inzw. in vielen ’normalen‘ Supermärkten (wie etwa Rewe, Edeka, Lidl, Penny, Aldi, etc.) findet und jenen Bio-Produkten, die tatsächliche Bio-Läden/Bio-Märkte in ihrem Sortiment führen, gibt.

    Ein ‚Freifahrtschein‘ für Letztere, ist das natürlich dennoch nicht(!), d.h. schauen sollte man in jedem Falle, bevor man ein (Bio-)Produkt in den Einkaufswagen legt, egal ob im konventionellen oder im Bio-Markt.

    Trotzdem denke ich, daß die (z.B. mit Demeter oder Bioland zertifizierten) Produkte im Bio-Laden oder Bio-Markt, ein deutliches Stück weit ‚trustfuller‘ zu bewerten sind, als jene ‚EG‘-Bio-Produkte (welche ja sozus. den niedrigsten Standard im Bio-Bereich repräsentieren).

    Das enthebt den kritischen Verbraucher aber dennoch nicht der Eigenverantwortung, die Augen beim Kauf v. Bio-Produkten generell offen zu halten. 😉

    1. Carolin

      Hallo Bernhard,

      und vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! 😊
      Du hast vollkommen recht – ein bewusster Blick auf die Zutatenliste ist immer wichtig, egal ob im konventionellen Supermarkt oder im Bio-Markt.
      Schön, dass du das Thema so aufmerksam betrachtest – genau solche bewussten Entscheidungen machen langfristig einen großen Unterschied! 🌿

      Liebe Grüße

      Carolin

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