Mehr Geld für weniger Inhalt – Wie du den Tricks der Lebensmittelbranche entkommst
Mehr Geld für weniger Inhalt – Wie du den Tricks der Lebensmittelbranche entkommst

Mehr Geld für weniger Inhalt – Wie du den Tricks der Lebensmittelbranche entkommst

Europa steckt mitten in der Inflation. Damit sich Unternehmen über Wasser halten können, sind viele Preise in die Höhe geschossen, was Verbraucher:innen und Konsument:innen unzufrieden stimmt und schnell auch in eine finanzielle Not bringen kann. Wie du der Inflation mit 5 einfachen Spar-Tricks entgegenwirken kannst, erfährst du in diesem Beitrag. Darüber hinaus haben Unternehmen und vor allem Supermärkte, aber auch unabhängig von der Inflation, so einige Tricks auf Lager, wie sie uns zum Kauf verführen.

Mogelpackung

Welche Verkaufstricks gibt es und wie kann ich mich davor schützen?

Shrinkflation

„Shrinkflation“ beschreibt die Masche, bei der Produkte mit weniger Inhalt, jedoch für das gleiche Geld verkauft werden. Ein Trick, der gerade groß im Trend ist, obwohl er nicht neu ist. Aufgrund der Inflation und den Preissteigerungen in vielen Bereichen unseres Lebens, werden Kund:innen jedoch aufmerksamer und schauen zweimal hin, was und wofür sie ihr Geld ausgeben. Schwindel, wie die Shrinkflation, fallen den Konsument:innen nun also auf.

Nicht nur kleinere Marken betreiben Shrinkflation, auch große und bekannte Süßigkeiten- und Lebensmittelhersteller kennen sich in diesem Feld gut aus. So bspw. auch Haribo. Zum 100-jährigen Jubiläum, welches das Unternehmen im vergangenen Jahr feierte, schrumpfte der Packungsinhalt der eigentlich 200 Gramm Packung Goldbären auf 175 Gramm – das sind umgerechnet ca. 16 Goldbären weniger pro Tüte und das bei gleichbleibendem Preis.

Durch das Internet und die Nachrichten kursierten sogar Abstimmungen zur Mogelpackung des Jahres 2022. Und gewonnen hat „Rama“. Das Unternehmen verkauft „Rama“ seit vergangenem Jahr mit 400 statt 500 Gramm Inhalt zum selben Preis und bei gleichbleibender Verpackungsgröße. Das Produkt wurde so um 25 Prozent teurer.

Tipp: Ändert ein Produkt sein Aussehen oder bekommt einen neuen Hinweis wie bspw. „verbesserte Rezeptur“ solltest du hellhörig werden und genauer hinschauen. Denn es ist gut möglich, dass es sich hier um „Shrinkflation“ handelt.

Rama Mogelpackung des Jahres 2022

Bückzone

In der sogenannten „Bückzone“ platzieren Supermärkte meist Waren, die günstig sind, keine hohe Markenbekanntheit oder keine hohe Marge haben. Die Platzierung dieser Produkte unterhalb unseres Sichtfelds soll dazu führen, dass wir sie nicht kaufen und uns auch gar nicht erst die Mühe machen, uns für sie zu bücken. In der Griff- und Sichtzone befinden sich hingegen die teuren Markenwaren sowie überflüssige Impulskauf-Produkte.

Tipp: Der Blick in die untersten Regale lohnt sich! Nicht nur in den gängigen Supermarktketten, sondern auch in Bio-Läden. Selbst dort befinden sich die günstigeren Produkte oft in der untersten Reihe.

Leuchtreklamen und bunte Hinweise

Preisschilder an den Regalfächern sind meist weiß und lenken nicht gerade unsere Aufmerksamkeit auf sich. Rote Schilder, die von der Decke hängen oder bunte Schilder an den Regalfächern ziehen unseren Blick schon mal eher auf sich. Hier scheint es sich um ein Angebot zu handeln! Aber Achtung: Nicht alles, was glänzt, ist Gold.

Tipp: Prüfe, ob es sich hier wirklich um ein Schnäppchen handelt, oder der Markt einfach nur möchte, dass du dieses Produkt genau jetzt kaufst, um Platz in den Regalen zu schaffen. Vielleicht liegt sogar die bessere und günstigere Bio-Ware direkt daneben. Apropos Bio-Ware: Schau doch mal auf www.bleibwacker.com vorbei. Dort gibt es immer wieder tolle und leckere Angebote. Hier ist garantiert auch drin, was draufsteht. 🙂

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Großverpackungen

Wenn wir Großverpackungen sehen, denken wir oft, dass sie im Vergleich zum Inhalt und Preis der kleineren Packungen günstiger sind. Das stimmt aber nicht immer. Damit dieser Trick nicht auffällt, stehen Großpackungen meist nicht direkt neben den „Normalgrößen“. Der Preisvergleich beim Kleingedruckten wird uns also erschwert.

Tipp: Prüfe das Kleingedruckte auf den Preisschildern und achte darauf, ob die Großverpackung, umgerechnet auf die Basiseinheit, wirklich günstiger ist.

Schnäppchen und künstliche Verknappung

Dies trifft nicht nur auf Supermarktangebote zu, sondern auch auf Möbelhäuser, Einzelhandelsketten für Unterhaltungselektronik usw. zu.

Ich bin vor Kurzem umgezogen und kenne mich mit den Preisen und Angeboten jeglicher Möbelhäuser mittlerweile sehr gut aus. Zum Vergleich habe ich mich auch immer noch mal online umgesehen und dort ist die Schnäppchenfalle mittlerweile doch ziemlich offensichtlich. Produkte werden für die Hälfte des Preises angeboten. In rot geschriebener Schrift wird der alte Preis durchgestrichen und das verlockende preisliche Angebot darunter oder daneben platziert. Gleichzeitig befindet sich unter dem Preis noch der Satz „Nur noch 3 auf Lager“.

Hier handelt es sich ganz oft um einen Psycho-Trick: Denn Menschen haben tatsächlich Angst, dass ihnen irgendein Schnäppchen entgehen könnte, auch wenn sie es eigentlich gar nicht brauchen.

Tipp: Mache dir eine Einkaufsliste bevor du in den Supermarkt gehst oder vergleiche, wie in meinem Fall, vor Ort Angebote mit online Angeboten. Überlege dir, ob du die Ware aus dem Angebot wirklich brauchst, auch wenn dir der Preis gerade unfassbar attraktiv erscheint.

Almost Gone

Fazit

Es ist einerseits verständlich, dass Unternehmen aufgrund der Inflation versuchen, Mittel und Wege zu finden, um ihre Produkte weiterhin für die Verbraucher:innen attraktiv zu machen und sie zum Kauf anzuregen. Das „Wie“ ist hier aber entscheidend. Dazu gebe es für Hersteller und Handel aber noch zu wenige Regeln und Auflagen, die die Kund:innen vor solchen Supermarktfallen schützen würden. Es geht aber auch anders: In Brasilien bspw. müssen Hersteller für mindestens sechs Monate sichtbar machen, wenn dort eine Packung schrumpft. Sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite des Produkts wird die alte und neue Inhaltsmenge sowie die absolute und prozentuale Veränderung des Produkts gut lesbar und kenntlich gemacht.

Möchtest du wissen, bei welchen Produkten es sich noch um Mogelpackungen handelt? Die Verbraucherzentrale Hamburg führt eine Liste, die alle Mogelpackungen aufführt.

Bild Shrinkflation Joghurtbecher: Adobe Stock, tanaonte, #519174468
Bild Mogelpackung: Adobe Stock, photoopus, #566716841
Bild Rama: © Verbraucherzentrale Hamburg
Bild Almost Gone: Adobe Stock, Yury Zap, #91181723
Quellen: NDR, Statista, MDR, Tagesschau, Utopia, VZHH

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