Gemüsebrühe bildet in vielen Küchen die Basis eines guten Rezepts. Sie steckt in Suppen und Eintöpfen, gibt Risotto und Saucen ihre Grundlage, und manchmal, wenn einem Gericht einfach noch der letzte Pfiff fehlt, ist sie es, die das I-Tüpfelchen liefert.
Doch hast du die Dose, die bei dir zuhause im Schrank steht, eigentlich schon einmal umgedreht?
Gemüse, das dem Produkt immerhin seinen Namen gibt, ist dort oft nur in erstaunlich kleinen Mengen enthalten. Stattdessen bestehen viele Brühen, auch die Bio-Brühen, vor allem aus Salz und aus Zutaten, die man in einer Gemüsebrühe nicht unbedingt erwarten würde.
Das Gute daran: Du kannst das ganz einfach selbst nachprüfen. Alles, was du dafür brauchst, steht auf der Rückseite jeder Packung. Du musst nur wissen, worauf du schaust.
Sechs Bio-Gemüsebrühen im Vergleich

Sechs Bio-Gemüsebrühen im Vergleich
| Produkt | Gemüseanteil | Hefeextrakt | Stärke / Füllstoff | Zugesetzter Zucker | Öl oder Fett |
|---|---|---|---|---|---|
| bleibwacker Gemüsebrühe Bio, 300 g | 55 % | nein | nein | nein | nein |
| Rapunzel Klare Gemüsesuppe Original, 250 g | 20 % | ja | Reisvollkornmehl | nein | Sonnenblumenöl |
| Vitam Gemüsebrühe vegan | 17,5 % | ja | Kartoffelstärke, Reismehl | nein | Sonnenblumenöl |
| Natura Frugola Klare Gemüse-Brühe, 200 g | 13,7 % | nein | Maltodextrin | nein | nein |
| Erntesegen Gemüsebrühe, 250 g | 12,1 % ¹ | ja | Stärke, Maltodextrin | Rohrohrzucker | Sonnenblumenöl |
| bio zentrale Gemüsebrühe klar | 6,9 % ¹ | ja | Maisstärke | Glukosesirup | Palmöl |
¹ Diese beiden Produkte weisen keinen Gesamtwert für Gemüse aus, sondern nur Einzelanteile. Die Zahl ist die Summe der deklarierten Gemüsesorten. Weitere Gemüse- und Kräuterzutaten ohne Prozentangabe sind darin nicht enthalten, der tatsächliche Anteil liegt also etwas höher.
Zutat an erster Stelle: Bei allen fünf Vergleichsprodukten steht Salz ganz vorne in der Zutatenliste, direkt gefolgt von einer Stärkezutat. Bei unserer Brühe steht das Gemüse an erster Stelle.
Alle Angaben stammen aus dem Zutatenverzeichnis und der Nährwertkennzeichnung der jeweiligen Packung, Stand: 28.082026. Rezepturen ändern sich gelegentlich, im Zweifel lohnt der eigene Blick auf das Etikett.
Wie viel Gemüse steckt wirklich drin?
Wenn ein Produkt „Gemüsebrühe“ heißt, muss der Hersteller angeben, wie viel Gemüse tatsächlich enthalten ist. Diese Angabe findest du als Prozentzahl in der Zutatenliste, meistens in Klammern direkt hinter dem Wort „Gemüse“. Sie steht selten an einer auffälligen Stelle, aber sie steht da.
Falls du sie nicht gleich entdeckst, hilft ein Blick auf die Reihenfolge. Zutatenlisten sind immer nach Gewicht sortiert, was am meisten enthalten ist, steht vorne. Und wenn dort Salz an erster Stelle steht, ist die Frage nach dem Gemüseanteil eigentlich schon beantwortet: Dann hast du ein salziges Würzpulver in der Hand, dem Gemüse beigemischt wurde, und nicht umgekehrt.
Ein fairer Hinweis dazu: Vergleiche am besten nur Produkte derselben Art miteinander. Pulver, Pasten und Würfel enthalten unterschiedlich viel Wasser, und die Prozentzahlen lassen sich zwischen diesen Formen nicht sinnvoll gegenüberstellen.
Geschmacksverstärker erkennst du auf den ersten Blick
Geschmacksverstärker gehören zu den Zusatzstoffen, und Zusatzstoffe müssen klar benannt werden. In der Zutatenliste steht dann das Wort „Geschmacksverstärker“ und dahinter entweder der Name oder eine E-Nummer im Bereich zwischen 620 und 650. Am bekanntesten ist Mononatriumglutamat, E 621.
Das ist der unkomplizierte Teil der Zutatenliste. Wer Glutamat einsetzt, muss es kennzeichnen, und wer keines findet, kann sich darauf verlassen.
Interessanter wird es bei einer Zutat, die geschmacklich fast dasselbe bewirkt und trotzdem nicht so heißen muss.

Hefeextrakt: das Wort, das man leicht überliest
Hefeextrakt gilt rechtlich nicht als Zusatzstoff, sondern als ganz normale Zutat. Deshalb trägt er keine E-Nummer, muss nicht als Geschmacksverstärker gekennzeichnet werden und ist auch in Bio-Produkten erlaubt.
Von Natur aus enthält Hefeextrakt allerdings freie Glutaminsäure, also genau den Stoff, der als Glutamat gekennzeichnet werden müsste, wenn man ihn einzeln zugeben würde. Geschmacklich passiert dadurch dasselbe: Die Brühe wird herzhafter und runder, und sie kommt mit weniger echtem Gemüse aus.
Genau deshalb kann auf einer Packung völlig korrekt „ohne Geschmacksverstärker“ stehen, obwohl Hefeextrakt in der Zutatenliste auftaucht. Rechtlich ist beides einwandfrei. Es ist nur nicht ganz das, was die meisten Menschen erwarten, wenn sie diesen Satz auf der Vorderseite lesen.
Wenn dir dieser Punkt wichtig ist, such deshalb gezielt nach dem Wort selbst. Die Aussage auf der Schauseite beantwortet die Frage nicht zuverlässig.
Stärke, Zucker und andere Füllstoffe
Neben Salz begegnen dir in Brühen häufig Maltodextrin, Reis- oder Maisstärke, Glukosesirup und Dextrose. Diese Zutaten sind zugelassen und für sich genommen unbedenklich, sie erfüllen aber vor allem einen praktischen Zweck: Sie machen Volumen, sie rieseln gut, und sie kosten deutlich weniger als getrocknetes Gemüse.
Der Haken liegt weniger in den Zutaten selbst als in dem, was sie verdrängen. Jedes Prozent Stärke in der Dose ist ein Prozent weniger Gemüse.
Beim Zucker lohnt sich außerdem ein genauer Blick auf die Formulierung. „Ohne Zuckerzusatz“ ist eine gesetzlich geregelte Angabe und bedeutet, dass nichts zum Süßen zugegeben wurde. Der Zucker, der von Natur aus in Karotten oder Zwiebeln steckt, darf trotzdem enthalten sein, er war eben vorher schon da.
Wie viel Salz ist eigentlich drin?
Dass Brühe salzig ist, gehört dazu, und niemand erwartet etwas anderes. Zwischen einzelnen Produkten liegen trotzdem erhebliche Unterschiede, und beim Vergleichen gibt es eine Stolperstelle, die leicht zu übersehen ist.
Manche Hersteller geben die Nährwerte pro 100 Gramm Pulver an, andere pro 100 Milliliter fertig zubereiteter Brühe. Zwischen diesen beiden Bezugsgrößen liegt ein Vielfaches. Wenn du zwei Packungen nebeneinanderlegst, schau deshalb zuerst auf die kleine Zeile über der Nährwerttabelle, sonst vergleichst du Zahlen, die gar nicht zusammengehören.

Warum „ohne Konservierungsstoffe“ wenig aussagt
Dieser Hinweis klingt auf den ersten Blick gut, sagt bei einem Trockenprodukt aber praktisch nichts aus.
Pulver und Würfel enthalten so wenig Wasser, dass sich darin ohnehin keine Mikroorganismen vermehren können. Konservierungsstoffe wären dort schlicht überflüssig, kein Hersteller müsste sie einsetzen. Wer damit wirbt, verzichtet also auf etwas, das nie zur Debatte stand.
Bei flüssigen Brühen und bei Pasten sieht die Sache anders aus. Dort ist die Angabe tatsächlich eine Information.
Was hinter dem Wort „Aroma“ steckt
Wenn in der Zutatenliste „Aroma“ auftaucht, wurde Geschmack ergänzt, der nicht aus den genannten Zutaten stammt. Auch „natürliches Aroma“ bedeutet lediglich, dass die Ausgangsstoffe natürlichen Ursprungs waren, nicht aber, dass das Aroma aus Karotten oder Sellerie gewonnen wurde.
Anders ist es bei einer Angabe wie „natürliches Karottenaroma“. Diese Bezeichnung darf nur verwendet werden, wenn der aromagebende Anteil zu mindestens 95 Prozent tatsächlich aus Karotte stammt. Ein kleines Wort mit einem großen Unterschied.
Eine Brühe mit reichlich Gemüse braucht ohnehin kein zusätzliches Aroma, sie bringt ihren Geschmack ja schon mit.
Hilft das Bio-Siegel weiter?
Ein Stück weit schon. In Bio-Lebensmitteln ist nur eine deutlich kürzere Liste an Zusatzstoffen zugelassen, Geschmacksverstärker und synthetische Aromastoffe fallen dabei komplett heraus. Als erster Filter ist das Siegel also durchaus hilfreich.
Über den Gemüseanteil sagt es allerdings nichts, und Hefeextrakt ist in Bio-Produkten ausdrücklich erlaubt.
Deshalb findest du im Bio-Regal beides: Brühen mit hohem Gemüseanteil und einer Zutatenliste, die in eine Zeile passt, und Brühen, die im Wesentlichen aus Salz und Hefeextrakt bestehen. Die Zutatenliste nimmt dir das Siegel nicht ab.
Fazit
Gemüsebrühe ist eines der Produkte, bei denen die Vorderseite der Packung und das Zutatenverzeichnis erstaunlich weit auseinanderliegen können. Das liegt daran, dass die interessanten Informationen ausgerechnet dort stehen, wo man beim Einkaufen selten hinschaut.
Für eine erste Einschätzung reichen zwei Dinge. Der Gemüseanteil sagt dir, wie viel von dem enthalten ist, was dem Produkt seinen Namen gibt, und die Spanne ist größer, als man vermuten würde. Alles Weitere ergibt sich dann fast von allein. Wenn Salz an erster Stelle steht und darauf Stärke, Maltodextrin oder Glukosesirup folgt, weißt du, was du vor dir hast. Das Bio-Siegel hilft dir auf diesem Weg, weil es Geschmacksverstärker und synthetische Aromen ausschließt. Die Frage nach dem Gemüse beantwortet es nicht.
Was in unserer Brühe steckt
Wir haben uns dieselben Fragen gestellt, bevor wir damit angefangen haben, unsere eigene Gemüsebrühe herzustellen. Und unsere Antwort war klar: In Unserer Gemüsebrühe soll Gemüse auch tatsächlich den größten Teil ausmachen. Genau das haben wir umgesetzt und deshalb ist unsere Zutatenliste ziemlich kurz geworden.
Vier Zutaten sind es: Gemüse mit einem Anteil von 55 Prozent, nämlich Karotten und Zwiebeln, dazu Steinsalz, Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie und Liebstöckel sowie etwas Kurkuma. Alles davon stammt aus kontrolliert biologischem Anbau. Kein Hefeextrakt, kein Glutamat, keine Stärke, kein Zuckerzusatz, kein Aroma und kein Öl. Du bist neugierig geworden und möchtest sie probieren? Hier kannst du unsere bleibwacker Gemüsebrühe bestellen.

FAQs
Was darf nicht in eine Gemüsebrühe?
Gesetzlich verboten ist wenig, in konventionellen Brühen sind auch Geschmacksverstärker zugelassen. In Bio-Produkten fallen diese weg, Hefeextrakt und Stärke bleiben aber erlaubt.
Welche Gemüsebrühe hat keine Geschmacksverstärker?
Formal jede Bio-Brühe, bei konventionellen Produkten steht es auf der Packung. Entscheidender ist, ob stattdessen Hefeextrakt verwendet wird. Die bleibwacker Gemüsebrühe kommt gänzlich ohne Geschmacksverstärker aus.
Was sollte nicht in die Gemüsebrühe?
Vier Zutaten sind ein Signal zum Weiterschauen: Hefeextrakt, Stärke oder Maltodextrin, zugesetzter Zucker und Aroma. Jede davon ersetzt Geschmack, der aus dem Gemüse kommen sollte.
Was ist der Unterschied zwischen Gemüsebrühe und klare Brühe?
„Klar“ beschreibt die Optik, „Gemüse“ die Grundlage. Eine klare Brühe ist abgeseiht und ohne Einlage, sie kann ebenso aus Fleisch oder Fisch stammen.
Was ist der Unterschied zwischen Fondor und Gemüsebrühe?
Fondor ist ein Würzmittel zum Streuen, Brühpulver wird in Wasser aufgelöst. Beide bestehen größtenteils aus Salz, alles Weitere steht in der Zutatenliste.
Was ist der Unterschied zwischen Gemüsebrühe und Gemüsesuppe?
Die Brühe ist die Grundlage, die Suppe das fertige Gericht mit Einlage. Verwirrend ist nur, dass manche Brühpulver im Regal „Klare Gemüsesuppe“ heißen.
Warum Gemüsebrühe ohne Hefeextrakt?
Hefeextrakt bringt eine Herzhaftigkeit mit, die nicht aus dem Gemüse stammt, und lässt einen niedrigen Gemüseanteil weniger auffallen. Eine Unverträglichkeit ist nicht belegt, der Grund ist geschmacklicher Natur.
Was sollte man nicht in selbstgemachte Gemüsebrühe geben?
Kartoffeln machen die Brühe trüb, Kohl bringt einen schwefeligen Ton hinein, Rote Bete färbt alles rosa. Zu viel Sellerie oder Fenchelgrün kann bitter durchschlagen.
Ist Hefeextrakt ein Geschmacksverstärker?
Rechtlich nein: Hefeextrakt gilt als Zutat, nicht als Zusatzstoff, und bekommt deshalb keine E-Nummer. Er enthält aber von Natur aus freie Glutaminsäure und wirkt geschmacklich ähnlich wie zugesetztes Glutamat.
Woran erkenne ich Glutamat in der Zutatenliste?
An der Kennzeichnung: „Geschmacksverstärker“ und dahinter der Name oder eine E-Nummer zwischen 620 und 650, meist E 621. Steht das nicht da, wurde auch keiner zugesetzt.
Wie viel Gemüse sollte in einer Gemüsebrühe stecken?
Einen gesetzlichen Mindestwert gibt es nicht. In unserem Vergleich wird deutlich, wie unterschiedlich hoch der Gemüse-Anteil sein kann. Unsere bleibwacker Gemüsebrühe hat mit 55 % Gemüse mit großem Abstand den höchsten Anteil an Gemüse.
